| Wenn wir im vorliegenden Buch das Kerbschnitzen vorführen, wie es einst betrieben worden und man es heute ausüben kann, so geschieht das nicht mit dem Vorsatz, eine alte Hantierung oder gar die traditionelle Volkskunst wieder lebendig zu machen. Wir wissen gar wohl, daß der Geist verblichener Generationen in unserer ganz anders gearteten Zeit nicht künstlich wieder erweckt werden kann. Wem aber des Menschen Wesen einigermaßen vertraut ist, der weiß auch um die schöpferischen Kräfte der Jugend und des Erwachsenen. Wohl hat nicht jeder Städter oder Landbewohner den Hang zur künstlerischen Betätigung. Aber sehr viele finden auch heute ihre Lust und Freude im ornamentalen Gestalten. Diesen soll die vorliegende Anleitung Stütze und Stab sein. Ob das Kerbschnitzen, wie wir es seit Jahren anregen und wie es im Lande herum tausendfach betrieben wird, wieder zu einer Art VolksIcunst sich entwickelt, bleibe dahingestellt. Wichtiger scheint uns zu sein, wenn weite Volkskrcise gestalterisch sich |