| Die Protagonistin in Peter Handkes neuem Roman Der Bildverlust hat viele Feinde. Allerdings wirken die meisten aus der Ferne und sind deshalb ungefährlich -- bis auf einen, und der ist der allerschlimmste. Dabei hatte alles mit Liebe begonnen, damals, als sie sich "auf einer Lichtung tief im Innern" des Waldes "auf einem schwarzalten Bohlenweg" zum ersten Mal trafen. Für ihn war es so etwas, wie die Liebe auf den ersten Blick. "Sie müssen mich lieben. Sie werden mich lieben", sagte der Mann. "Ohne mich sind Sie verloren".
Damals, auf der Waldlichtung, hatte die Bankiersfrau keine Angst. Denn während der Begegnung wurde sie heimgesucht vom Bild "eines leeren Gastgartens unter Kastanien im Hochland von Triest". Überhaupt ist sie "durchwirkt" von Bildern wie ein Text: beruhigenden Bildern, die plötzlich kommen wie bei Proust; Bilder mit denen ihr "nichts geschehen" kann. Und Schutz kann die Bankiersfrau gut gebrauchen... |